Westfalenblatt vom 16. Juni 2010
Von Moritz Winde |
Hereinspaziert! Im Stadtpark Schützenhof wird Friedrich-Wilhelm Generotzky auch zukünftig Gäste willkommen heißen. Obwohl die Immobilie verkauft werden soll, so sehen es Sparpläne vor, geht der Betrieb bis Ende 2012 auf jeden Fall weiter. Bis zu diesem Zeitpunkt läuft der Pachtvertrag. Foto: Moritz Winde |
Denn so lange läuft der Pachtvertrag zwischen ihm und der Herforder Stadtgarten- und Schützenhof (HSS) GmbH. »Und an den müssen sich auch mögliche Investoren halten«, betonte HSS-Geschäftsführer Dieter Wulfmeyer. Genau so lange hat übrigens auch der Vertrag mit der Nordwestdeutschen Philharmonie (NWD) Bestand, die im hinteren Gebäudeteil zu Hause ist. Nach 2012 kann der neue Besitzer mit der Immobilie, zu der zwei Parkplätze und der große Park gehören, auch andere Ziele verfolgen.
Allerdings scheint es äußerst fraglich, ob die Stadt Herford überhaupt jemanden findet, der den Stadtpark Schützenhof kauft. Friedrich-Wilhelm Generotzky: »Wahrscheinlicher ist es wohl, im Lotto zu gewinnen.« Und auch Dieter Wulfmeyer macht sich keine Illusionen, kurzfristig einen Geldgeber zu finden. »Noch hat sich niemand bei mir gemeldet.« Der HSS-Geschäftsführer will nun schnellstmöglich Gespräche mit allen Beteiligten aufnehmen, um nach Lösungen zu suchen. Denn fest steht, dass es angesichts der katastrophalen Finanzlage ein »Weiter-so« nicht geben kann. Auch wenn Wulfmeyer sagt, dass der jährliche Verlust von 250 000 Euro »noch überschaubar ist. Andere Städte müssen wesentlich mehr für ihre Stadthallen dazusteuern.« Er glaube nicht daran, der Herforder Versorgungs- und Verkehrs-Beteiligungs GmbH bereits in ihrer September-Sitzung Ergebnisse liefern zu können.
Gastronom Friedrich-Wilhelm Generotzky ist froh, dass der Betrieb zunächst weitergeht. Seit 1992 organisiert er Versammlungen, Feste und Podiumsdiskussionen - mehr als 200 Veranstaltungen im Jahr mit gut 100 000 Gästen. Allein 850 Stühle passen in den großen Saal, so viele wie nirgends sonst in der Werrestadt. »Der Schützenhof darf nicht untergehen. Was wäre Herford ohne dieses traditionelle Haus. Ich werde mich dafür einsetzen, dass es uns auch nach 2012 noch gibt.«
